Entstehungsgeschichte des Kindermittagstisches

Do., 26. Juli 2018
Hanno Marheineke

Am 4.10.2008 wurde zum ersten Mal eine warme Mahlzeit an bedürftige Kinder und Jugendliche ausgeteilt.

Die Idee zum Projekt „Kindermittagstisch“ hatte eine Gemeindereferentin der Kath. Pfarrgemeinde St. Gangolfus in Heinsberg. Diese bezog zu den ersten Gesprächen die Evang. Kirchengemeinde Heinsberg und den Sozialdienst Kath. Frauen und Männer e. V. - Ortsgruppe Heinsberg - ein.
Der Leitgedanke war, bedürftigen Kindern eine kostenlose warme Mahlzeit zur Verfügung zu stellen und Kindern und Jugendlichen ein gemeinsames Miteinander zu ermöglichen.

Der Vorstand des SKF/M übernahm zunächst die Abwicklung der Verwaltungsarbeit und die Spendenbeschaffung. Darüber hinaus: Ausstellen von Spendenbescheinigungen, Abwicklung, Verwaltungsarbeit, Erstellung von Dienst-, Koch- und Einkaufsplänen sowie die Beschaffung von Arbeitsgeräten und den Einkauf von Lebensmitteln. Der Vorstand des SKF/M verwaltet jährlich ca. 10.000,00 € speziell für den Mittagstisch, die nur aus Spenden finanziert werden.

Seit dieser Zeit lag und liegt die gesamte Verantwortung und Abwicklung des Kindermittagstisches beim Vorstand der Ortsgruppe des SKF/M.

Gestartet wurde mit der Ausgabe einer warmen Mahlzeit einmal wöchentlich. Jedoch stellte sich sehr schnell heraus, dass der Bedarf erheblich höher lag, so dass das Angebot auf wöchentlich zweimal erweitert wurde.

Zunächst erfolgte die Zubereitung der Speisen unter sehr einfachen Bedingungen, sodass die Anschaffung eines Konvektomaten, einer Spülmaschine, Fritteuse, Gefriertruhe usw. erfolgten.

Bis Mitte des Jahres 2016 erfolgt die Ausgabe der warmen Mahlzeiten im Jugendheim „Brücke“ in Heinsberg. Nach den Sommerferien im gleichen Jahr wurde der Mittagstisch in das Jugendcafé „LoonyDay“ in Heinsberg verlegt, da die „Brücke“ nicht mehr genutzt werden konnte. Das „LoonyDay“ befindet sich in Trägerschaft der Katholischen und Evangelischen Pfarrgemeinde Heinsberg. In einer gemeinsamen Kuratoriumssitzung wurde es von allen Seiten sehr begrüßt, den Mittagstisch in das Jugendcafé „LoonyDay“ zu verlegen, zumal sich das Jugendcafé in unmittelbarer Nähe des Busbahnhofes Heinsberg befindet, wo viele Schüler von den weiterführenden Schulen ankommen. Dadurch hat sich der Kindermittagstisch zu einem Schülermittagstisch verändert.
Es nehmen überwiegend Schüler der Hauptschulen, Realschule, und des Berufskollegs teil.

Bewährt hat sich die gute Kooperation mit den hauptberuflichen Mitarbeitern des „LoonyDay“.

Inzwischen wird der „Schülermittagstisch“ sehr stark frequentiert. Es nehmen dienstags und freitags jeweils bis zu 50 Schüler/innen teil.

 

 

 

Der Mittagstisch ist offen für alle Kinder, Jugendliche und Schüler.
Die Nationalität spielt keine Rolle, im Gegenteil: Es sind alle Nationen (vor allem auch aus Flüchtlingsgebieten) willkommen und viele sind vertreten. Herkunftsländer sind: Deutschland, Portugal, Syrien, Russland, Ghana, Tunesien usw. Durch den Mittagstisch werden die Sprachkenntnisse gefördert, ebenfalls die Kommunikation beim gemeinsamen Essen. Die Teilnehmer lernen Tischmanieren, teilen, abräumen, Geduld üben beim Austeilen der Mahlzeiten und Verantwortung übernehmen.
Bei jeder Mahlzeit werden nur Speisen ohne Schweinefleisch angeboten.
Das durchschnittliche Alter der Teilnehmer liegt zwischen 12 und 17 Jahren.

Durch das gemeinschaftliche Essen entdecken die Schülerinnen und Schüler gemeinsame Interessen und Gespräche, die miteinander verbinden. Neben der Tischgemeinschaft entwickeln sich auch Freundschaften und die deutsche Sprache wird durch den Umgang vieler Nationen gefördert. Den Teilnehmern aus Flüchtlingsgebieten wird das Leben in einer fremden Umgebung dadurch erheblich erleichtert.

Die Schülerinnen und Schüler erleben hautnah, wie ihre Mahlzeit zubereitet wird und haben persönlichen Kontakt zu den „Köchinnen“. Sieben ehrenamtliche Frauen wechseln sich beim Zubereiten der Mahlzeiten ab.

Ab Mai 2012 wurde eine Honorarkraft eingestellt, die sich während der Essensausgabe um die Aufsicht kümmert, da dies den ehrenamtlichen „Köchinnen“ zeitmäßig nicht möglich ist. Außerdem fallen in den Aufgabenbereich der Honorarkraft die möglichen Freizeitaktivitäten, z.B. Kicker, Tischtennis oder Billard und Playstation zu koordinieren und als Ansprechpartner/in zu fungieren. Dies soll auch die Integration fördern. Es handelt sich hierbei um qualifizierte Fachkräfte.

Das gemeinsame Ziel von Ehrenamtlichen, Honorarkräften des SKF/M und Hauptberuflichen im LoonyDay“ ist, dass die Teilnehmer einen friedlichen Umgang miteinander und auch friedliche Lösungen bei Konflikten lernen.

Ein positiver Nebeneffekt des Mittagstisches ist, dass die Teilnehmer anschließend ihre Freizeit im „LoonyDay“ verbringen und die dortigen Angebote in Anspruch nehmen können. Sie sagen „Danke fürs Essen“ und kommen gerne wieder.

 

 


Heinsberg, im Juli 2018

 

Spendenkonto: Sozialdienst Kath. Frauen und Männer e. V. - OG Heinsberg
KSK Heinsberg
IBAN: DE22 3125 1220 0002006914
BIC: WELADED1ERK